Die Webanwendung „Any Human Ever“ generiert zufällige Lebensläufe aus einer Gesamtzahl von über 100 Milliarden Menschen, die jemals gelebt haben. Nutzer können schrittweise ein Geburtsjahr, einen Ort und eine Lebensgeschichte auf Basis historischer Bevölkerungsdaten und statistischer Verteilungen ermitteln. Das Projekt verbindet demografische Daten mit generativer KI, stößt jedoch in der Community auf gemischte Reaktionen hinsichtlich Datenintegrität und historischer Genauheit.
Wichtigste Punkte
Projektprämisse: Das Tool simuliert per Zufallsauswahl die Biografie eines Menschen aus einer geschätzten Gesamtzahl von über 100.000.000.000 Menschen, die bisher auf der Erde gelebt haben.
Schrittweise Generierung: Der Prozess erfolgt in Etappen über die Auswahl eines logarithmisch skalierten Geburtsjahres, eines geografischen Clusters und der eigentlichen Lebensgeschichte.
Datenquellen und Methodik: Die Geschichten stützen sich auf eine Mischung aus historischen Datensätzen, akademischen Quellen und KI-gestützten Schätzungen zur Schließung von Datenlücken.
Diskussions-Highlights
Kritik an historischen Widersprüchen und KI-Halluzinationen: Mehrere Nutzer bemängelten unplausible Kombinationen (z. B. widersprüchliche Heiratsraten und Sterbealtern in historischen Epochen) sowie die Verwendung von LLMs (wie Claude) zur Generierung von Lückenfüllern ("Gap-Fill"), was zu historisch ungenauen oder irreführenden "Vibe-Coded"-Inhalten führt.
Stellungnahme des Autors: Der Ersteller räumte ein, dass das Projekt mit Unzulänglichkeiten behaftet ist, bedingt durch unvollständige historische Daten und die Komplexität der Kombination unabhängiger Wahrscheinlichkeiten (z. B. Sterblichkeitsraten in Kombination mit Unfallstatistiken). Die App wurde nachträglich auf Basis von Community-Feedback und KI-gestützten Historiker-Agenten optimiert.
Statistische Anomalien: Kritiker und Nutzer wiesen darauf hin, dass trotz der exponentiellen Bevölkerungsexplosion in jüngerer Zeit viele Ziehungen weit in der Vergangenheit liegende Epochen betrafen, was auf eine suboptimale Implementierung der Wahrscheinlichkeitsverteilungsverfahren hindeutet.
Vergleichbare Projekte & Alternativen: Als historische Simulationsalternativen wurden das klassische Computerspiel Real Lives (Editionen 2004/2010), Thousand Year Old Vampire sowie die Website yourlifeunderrome.com genannt.