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Abstract

Dieser Beitrag analysiert die tiefenpsychologischen und affektiven Ursachen der introvertierten Intuition ($Ni$) sowie die metapsychologische Frage, warum psychische Funktionen bestimmte Verhaltensmuster erzeugen. Während konventionelle Typenmodelle $Ni$ auf einer rein kognitiven Ebene über die Erkennung verborgener Trends, Zukunfts-Projektionen und synthetischer Datenverbindungen definieren, wird hier dargelegt, dass kognitive Prozesse lediglich das Resultat der höchsten Integrationsstufe einer Dominanzfunktion sind. Alle Menschen besitzen dieselbe kognitive Grundausstattung; die Dominanzfunktion zeichnet sich dadurch aus, dass sie diese Ausrüstung spezifisch mobilisiert.

Die fundamentale Ursache für die Aktivität einer Funktion lässt sich jedoch nicht kognitiv oder rational begründen (analogiebehaftet mit Humes Sein-Sollen-Problem), sondern liegt in der affektiven Sphäre. Aus psychoanalytischer Sicht basiert das Bestreben von $Ni$, scheinbar isolierte Ereignis- und Datencluster zu verbinden, auf einer unbewussten Reparaturfantasie (Repair Fantasy). $Ni$ versucht, historisch oder phänomenologisch getrennte Elemente wieder zusammenzufügen. Das ultimative Ziel dieser psychischen Dynamik ist die stufenweise Reduktion von Distanzen bis hin zur vollständigen Verschmelzung (Merger) in eine ursprüngliche Einheit, deren archaischster Bezugspunkt das pränatale Kontinuum und der Mutter-Archetyp ist.

Wichtigste Punkte & Zeitstempel

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