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Abstract

Diese geophysikalische Analyse beleuchtet neue seismologische und magnetometrische Erkenntnisse über die Dynamik und Zusammensetzung des Erdkerns. Daten der ESA-Satellitenmissionen Swarm und CryoSat belegen eine unerwartet schnelle, dekadische Strömungsumkehr flüssigen Eisens im äußeren Erdkern unter dem Pazifik (2010 ostwärts, 2020 westwärts). Ergänzend zeigen seismische Analysen historischer französischer Kernwaffentests (1977–1995) Laufzeitvariationen von 0,1 Sekunden, was auf eine massive, feste bis halbfeste Struktur (ca. 700 × 100 km) hindeutet, die sich langsam durch die flüssige Eisenmatrix bewegt. Hochdruckexperimente mittels diamantbeheizter Stempelzellen (ETH Zürich) lösen das Dichtedefizit des festen inneren Kerns: Ein Wasserstoffanteil von bis zu 0,36 Gew.-% in hexagonalen Eisenhydriden erzeugt superionische Zustände, liefert Energie für den Geodynamo und stützt die Hypothese eines endogenen Ursprungs des irdischen Wassers. Abschließend verdeutlichen geodynamische Modellierungen der University of Liverpool, dass die Large Low Shear Velocity Provinces (LLSVPs; Tuzo und Jason) an der Kern-Mantel-Grenze signifikante thermische Inhomogenitäten erzeugen, die das Erdmagnetfeld asymmetrisch modulieren und Anomalien wie die Südatlantische Anomalie erklären.

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