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Abstract

Die Legende der Heiligen Barlaam und Josaphat stellt eine direkte christliche Adaption der Lebensgeschichte von Gautama Buddha dar und illustriert die historische Durchlässigkeit religiöser Narrative über Kultur- und Sprachgrenzen hinweg. Da die frühchristliche Kirche vor der Etablierung formaler Papst-Kanonisierungen im 12. Jahrhundert lokale Kulte ungeprüft übernahm, fand die Buddha-Erzählung als christliche Hagiographie Eingang in das Martyrologium Romanum. Obwohl der Vatikan diese historisch nicht belegten Figuren im 20. Jahrhundert aus dem Heiligenkalender strich, führen Teile der östlichen Orthodoxie sie bis heute. Die Adaption verdeutlicht die Mechanismen von Inkulturation und Synkretismus, bei denen narrative Motive aufgegriffen werden, während dogmatische Kernunterschiede bestehen bleiben.

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