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Abstract

Diese Analyse untersucht die methodisch-inhaltliche Transformation von Leistungserfassungen im Bereich der Naturwissenschaften anhand eines systematischen Vergleichs zwischen DDR-Prüfungsaufgaben der 10. Klasse (Polytechnische Oberschule, vor 1990) und Testaufgaben des OECD-PISA-Programms (2003 bis 2025). Mithilfe eines zweidimensionalen Kategoriensystems (Codebook) wurden kognitive Anforderungsniveaus (Kompetenzstufen 0–6) sowie der Grad der normativen Vorprägung (Ideologie-Skala 0–3) quantifiziert.

Die Ergebnisse zeigen eine Konstanz der kognitiven Anforderungsstufe im Bereich 3 bis 4 (mehrschrittige Modell- und Rechenoperationen vs. datenbasierte Quellenevaluation). Fundamental verändert hat sich hingegen die Einbettung normativer Leitbilder: Während historische Aufgaben ideologische Präambeln rein additiv voranstellten und der mathematisch-physikalische Kern unberührt blieb, ist die normative Ausrichtung (z. B. Konsenspriorisierung, Nachhaltigkeitsaxiome) in modernen PISA-Aufgaben direkt in die Bewertungsmetrik und Item-Konstruktion integriert. Dies markiert einen Paradigmenwechsel von formal-mechanistischer Problemlösung hin zur ideologisch gerahmten Bewertungskompetenz, was methodische Risiken hinsichtlich Messvalidität und szientistischer Verzerrung birgt.


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