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Abstract

In diesem Video analysiert Prof. Dr. Christian Rieck die methodischen und inhaltlichen Veränderungen der PISA-Testaufgaben im Fachbereich Naturwissenschaften von 2003 bis 2025 und stellt diese den Abschlussprüfungen der zehnten Klasse der Polytechnischen Oberschule (POS) der DDR gegenüber.

Anhand einer systematischen, KI-gestützten Codierung nach einem zweidimensionalen Raster (Ideologieindex Stufe 0–3; Kompetenzstufe 1–6) wird aufgezeigt, dass das kognitive Anforderungsniveau über die Dekaden hinweg stabil im Bereich der Kompetenzstufen 3 bis 4 liegt (mehrschrittige Rechnungen bzw. Diagramm- und Modellanalysen). Es zeigt sich jedoch ein dramatischer Anstieg des Ideologieindexes in den PISA-Testitems. Während ideologische Elemente in historischen DDR-Aufgaben lediglich als separierte Präambeln (z. B. politische Zielvorgaben) vorgeschaltet waren, die eigentliche physikalische Rechenaufgabe (z. B. Wirkungsgradberechnung bei Pumpspeicherwerken mit $250.000 \cdot 10^3 , \text{m}^3$ Wasser und $120 , \text{m}$ Fallhöhe oder Wärmelehre bei $1200 , \text{kcal/h}$) jedoch unangetastet blieb, ist in aktuellen PISA-Formaten die normative Bewertung im Sinne eines vordefinierten Meinungskonsenses fester Bestandteil des Lösungsschlüssels. Zusätzliche Artefakte entstehen durch sprachliche Diskrepanzen und Sonderzeichen (z. B. Gendern im Deutschen vs. linguistisch neutrale englische Originalfassung) sowie Übersetzungsfehler (z. B. "Hemisphäre" statt "Erdhalbkugel").

Theoretisch eingeordnet wird die Entwicklung über Goodharts Gesetz ("Teaching to the Test"), das Prinzipal-Agenten-Problem zwischen Bildungsministerien und der OECD, den Cobra-Effekt sowie das Spence-Signaling-Modell im Bildungssektor.


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