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Abstract

Diese ökonomische Analyse untersucht die Ursachen der deutschen Investitionslähmung trotz historischer fiskalpolitischer Kurskorrekturen. Nach der Aussetzung der grundgesetzlichen Schuldenbremse und der Bereitstellung von Mitteln im Umfang von rund einer Billion Euro – inklusive eines Sondervermögens von rund 500 Milliarden Euro für Infrastruktur und Verteidigung – scheitert der reale Kapitalabfluss an tief verankerten administrativen Barrieren. Obwohl die jahrzehntelange fiskalische Sparpolitik zu einem massiven Verfall der öffentlichen Infrastruktur führte (darunter über 5.000 sanierungsbedürftige Autobahnbrücken und der Einsturz der Dresdner Carolabrücke), flossen laut ifo Institut und IW Köln 86 bis 95 % der abgerufenen Mittel in konsumtive laufende Kosten statt in Sachinvestitionen. Das Vergaberecht zwingt Behörden zur kleinteiligen Losaufteilung, was Projekte verfahrensbedingt blockiert. Hinzu treten strukturelle Defizite: Ein auf mechanische Perfektion getrimmtes Ausbildungs- und Industriesystem verharrt in überholten Technologien („Smith-Corona-Problem“), während chronische Leistungsbilanzüberschüsse den Binnenkonsum dämpften. Dieser deutschen institutionellen Sklerose wird die US-amerikanische Risikokapital-Allokation gegenübergestellt, die durch spekulative Übertreibung („Deep Tech“-FOMO) ein gegenläufiges Muster der Kapitalfehlallokation aufweist.

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