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Abstract

Dieser Vortrag kritisiert den Begriff der „digitalen Souveränität“ als mehrdeutiges und missbrauchsanfälliges Schlagwort in der deutschen Digitalpolitik. Obwohl der Begriff ursprünglich 2015 vom Bitkom als Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit definiert wurde, hat seine weitverbreitete, oft widersprüchliche Auslegung zu einem „Glaubenskampf“ um die „rechtgläubige“ Definition geführt, der konkrete Fortschritte behindert. Der Redner identifiziert „digitale Souveränität“ als „magisches Konzept“ nach Polet und Hüpe, das aufgrund seiner breiten, normativ positiven Konnotation und des vermittelten Konsenseindrucks zwar Popularität erzeugt, jedoch von der notwendigen Sacharbeit und der Auseinandersetzung mit realen Machtstrukturen ablenkt. Anstatt sich auf territorial-nationalistische Abgrenzungen oder den Austausch proprietärer Produkte zu konzentrieren, plädiert der Redner für den Aufbau interner Kompetenz und das Skizzieren konkreter, utopischer Zielzustände, die auf digitaler Solidarität und der Stärkung von Handlungsfähigkeit basieren. Er fordert die Fachcommunity auf, Projekte kritisch zu zerforschen und ihre Erkenntnisse öffentlich zu teilen, um die öffentliche Debatte auf fachliche Grundlagen zu lenken und Machtungleichgewichte abzubauen.

Wichtigste Punkte & Zeitstempel

Glossar

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