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Abstract

Diese Analyse untersucht die Transformation des indischen Stromsektors im Vergleich zur historischen, kohlebasierten Industrialisierung Chinas. Während China seine Stromerzeugung seit den 1990er Jahren von 700 TWh auf über das Zehnfache steigert und primär auf Kohle setzte, verfolgt Indien einen solarzentrierten Expansionskurs. Zwischen Ende 2024 und Juli 2026 erweiterte Indien seine installierte Solarkapazität von knapp 100 GW auf rund 165 GW, wobei allein für 2026 ein Zubau von über 50 GW prognostiziert wird. Saubere Energiequellen decken aktuell 27 % des indischen Strombedarfs ab.

Trotz dieses Wachstums steigt der absolute Kohleverbrauch bis 2030 um ca. 2,5 % pro Jahr, da die Gesamtnachfrage durch Urbanisierung, Industrialisierung und Elektrokühlung jährlich um 6,5 % (+700 TWh bis 2030) wächst. Solarstrom deckt etwa 50 % dieses Nachfragewachstums ab und wird zunehmend mit Batteriespeichern (BESS) kombiniert, um grundlastfähige Leistung zu liefern. Hauptengpass der Energiewende ist die Netzinfrastruktur: Der Bau von Solarparks dauert 18–24 Monate, während der Ausbau von Übertragungsnetzen rund 5 Jahre erfordert, was zu über 50 GW an festgesteckten Projekten führte. Dennoch wird erwartet, dass Solarenergie in der zweiten Hälfte der 2030er Jahre die Kohle als dominierenden Energieträger in Indien ablösen wird.

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