Dieses Video erläutert die Installation, Konfiguration und Verwendung der Entwicklungsumgebung MounRiver Studio (MRS) IDE (Version 2.3.0) für den WCH CH32H417 RISC-V-Mikrocontroller. Die kostenlose IDE unterstützt sowohl RISC-V- (RV32/RV64) als auch ARM-Kerne und bündelt Assembler, C/C++-Compiler, Linker, Bibliotheksverwalter, Debugger und Flash-Tools. Der Workflow umfasst den Download der Referenzroutinen von der WCH-Website, die Navigation in der Benutzeroberfläche sowie die Anlegung eines Vorlagenprojekts für die Ziel-Hardware CH32H417QEU6.
Die Quelltextstruktur wird detailliert aufgeschlüsselt (common, core, debug, peripheral, startup, user), gefolgt vom Build-Prozess und der Artefakt-Ablage im OBJ-Ordner. Zudem werden fortgeschrittene Build-Optionen erklärt, darunter das Hinzufügen von Include-Pfaden, das Einbinden von C-Standardbibliotheken (z. B. Math-Bibliothek -lm) sowie die Generierung von HEX- und BIN-Dateien. Abschließend behandelt die Anleitung das Flashen über das WCH-LinkE-Modul via SWD-Schnittstelle (Pins PP8/PP9), die Ausleseschutz-Konfiguration (Code Protect) und das Zusammenführen der Binärdateien der beiden Prozessorkerne (V3 und V5F) zu einem einheitlichen merge.bin-Image für das Dual-Core-Flashing.
Wichtigste Punkte & Zeitstempel
0:03 MounRiver Studio IDE: MounRiver Studio (MRS v2.3.0) ist eine kostenlose Embedded-Entwicklungsumgebung für RISC-V- und ARM-Architekturen mit integriertem Toolchain-Paket (Compiler, Linker, Debugger, Flasher).
1:26 Download der Entwicklungsdateien: Referenzcode-Routinen und das MRS-Installationspaket werden direkt über die WCH-Hersteller-Website bezogen.
3:30 IDE-Benutzeroberfläche: Die Benutzeroberfläche teilt sich auf in Menü-/Werkzeugleiste (oben), Projekt-Explorer (links), Code-Editor (rechts) und Konsole/Output (unten).
5:05 Projekterstellung für CH32H417: Einrichtung eines neuen RISC-V-Projekts am Beispiel des Ziel-Spezifikationstyps CH32H417QEU6.
6:17 Verzeichnisstruktur des Quellcodes: Das Projekt gliedert sich in common (Firmware-Funktionen), core (RISC-V-Kernel), debug (UART-Printf-Ausgabe), peripheral (Peripherietreiber in inc/src), startup (Bootcode) und user (Anwendungslogik).
7:51 Kompilierung und Build-Artefakte: Der Build-Vorgang erzeugt nach erfolgreicher Kompilierung alle Ziel-Artefakte im Verzeichnis OBJ.
8:33 Compiler- und Linker-Konfiguration: Detaillierte Build-Einstellungen umfassen Include-Pfade (-I), Linker-Bibliotheken (wie -lm für Standard-Mathefunktionen) und die Formatwahl für Flash-Images (Intel HEX, BIN oder beides).
10:46 Hardware-Anbindung via WCH-LinkE: Die SWD-Programmierschnittstelle nutzt die Anschlüsse SWD, SWC, GND und 3.3V zur Verbindung mit den Chip-Pins PP8, PP9, GND und 3.3V inklusive Umschaltmöglichkeit zwischen ARM- und RISC-V-Modus.
11:21 Download-Optionen und Flash-Schutz: Konfigurationsmenü für das Löschen des Flash-Speichers und die Steuerung des MCU-Ausleseschutzes (Code Protect State).
12:08 Dual-Core-Binärzusammenführung: Das Generieren der Firmware für die beiden Kerne (V3 und V5F) ermöglicht die automatische Fusionierung der Teil-Binärdateien zu einer zentralen merge.bin-Datei für den Flash-Vorgang.
Glossar
CH32H417: Ein Dual-Core-Mikrocontroller des Herstellers WCH auf Basis der RISC-V-Architektur, ausgelegt für eingebettete Steuerungssysteme.
MounRiver Studio (MRS): Eine spezialisierte, auf Eclipse und GCC basierende Entwicklungsumgebung (IDE) für RISC-V- und ARM-Mikrocontroller.
RISC-V: Eine lizenzfreie, quelloffene Befehlssatzarchitektur (ISA), die auf dem Reduced Instruction Set Computer (RISC)-Prinzip basiert (im Transkript fehlerhaft als "RX 5" übersetzt).
WCH-LinkE: Ein Hardware-Debugger und Flash-Programmieradapter von WCH zur Schnittstellenkommunikation mit RISC-V- und ARM-Chips.
SWD (Single Wire Debug): Eine zweipolige Protokoll-Schnittstelle (Clock und Data) zum Flashen und Debuggen von Mikrocontrollern.
Code Protect: Eine Hardware-Sicherheitsfunktion im Mikrocontroller, die das unbefugte Auslesen des internen Flash-Speichers blockiert.
Dual-Core Merging: Verfahren zur Kombination von zwei getrennt kompilierten Maschinencode-Binärdateien (für die Kerne V3 und V5F) in eine gemeinsame Image-Datei (merge.bin).
Printf-Debugging: Testmethode, bei der Status- und Diagnosemeldungen aus dem Quellcode über eine serielle Schnittstelle (UART via debug.c) an ein Terminal ausgegeben werden.