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Abstract

Diese Episode von This Week in Virology (TWiV 1357) behandelt eine Forschungsarbeit aus dem Labor von Dr. Paul Bieniasz (Rockefeller University) über molekulargenetische Innovationsmechanismen bei Coronaviren. Die Studie belegt, dass die virale Endoribonuklease NSP15 – neben ihrer bekannten Funktion bei der Immunevasion durch Abbau von Doppelstrang-RNA – gezielt virale RNA in Oligonukleotide spaltet. Diese Fragmente werden während der Minusstrang-Synthese an anderen Stellen des Genoms wieder re-integriert.

Diese Rekombinations- und Insertionsprozesse treten mit einer unerwartet hohen Frequenz von über $10^{-3}$ pro Genom auf (ca. 5–10 Insertionen pro 1.000 Genomen). Durch Ultra-Deep-Sequenzierung (mit Abdeckungstiefen von über $10^6$ pro Nukleotid) bei den Modellviren OC43 und SARS-CoV-2 sowie an Proben aus infizierten Mäusen und Menschen konnte nachgewiesen werden, dass komplexe Motive – wie die Furin-Spaltstelle (FCS) an der S1/S2-Schnittstelle des Spike-Proteins – spontan de novo entstehen. Die Befunde entkräften die Hypothese, dass das Vorhandensein einer Furin-Spaltstelle zwingend auf eine gentechnische Manipulation im Labor zurückzuführen ist, und demonstrieren, dass extrem seltene Mutationsereignisse in ausreichend großen intra-wirtlichen Viruspopulationen ($>10^8$ bis $10^9$ Partikel) stochastisch zwangsläufig auftreten.

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