F-Droid 2.0 stellt das umfangreichste Update des Open-Source-Android-App-Repositorys seit zehn Jahren dar und wurde grundlegend mit Kotlin Compose und Jetpack Compose neu entwickelt. Die neue Version modernisiert die Benutzeroberfläche nach Material-Design-Richtlinien, vereinfacht die Navigation in die Bereiche Discover, Search und My Apps und führt einen einheitlichen Session-Installer ein, der Hintergrundupdates ohne die bisher notwendige F-Droid Privileged Extension (FPE) ermöglicht. Das Release erscheint vor dem Hintergrund verschärfter Android-Restriktionen von Google und wurde durch Förderungen von Organisationen wie NLnet, dem Open Technology Fund und dem Calyx Institute realisiert.
Wichtigste Punkte
Technologischer Neustart: Komplette Neuentwicklung in Kotlin und Jetpack Compose zur Reduzierung technischer Schulden und Erleichterung von Community-Beiträgen.
Strukturierte Navigation: Aufteilung in drei Kernbereiche (Discover, Search, My Apps) mit stark erweiterten Kategorien (darunter 17 spezialisierte Spielegenres) und optimierter Suchunterstützung für CJK-Schreibsysteme (Chinesisch, Japanisch, Koreanisch).
Einheitlicher Session-Installer: Nutzung der neuen Android-Session-API für automatische Hintergrundupdates, wodurch die veraltete F-Droid Privileged Extension (FPE) wegfällt.
Datenschutzanpassungen: Ersetzung des integrierten Tor-Daemons durch allgemeine Proxy-Einstellungen (mit Empfehlung für TorVPN) sowie Vereinfachung des App-Versteckens (nur Icon- und Namensänderung statt vollständiger Täuschung als Taschenrechner; die App-Löschfunktion "App-Wiping" wurde vorübergehend entfernt).
Finanzierung & Audits: Entwicklung finanziert durch die NLnet-Stiftung, den Open Technology Fund (OTF) und das Calyx Institute, begleitet von einem unabhängigen Sicherheitsaudit durch das OTF Security Lab.
Diskussions-Highlights
Rollout-Verzögerungen und Versionierung: Nutzer kritisierten, dass die offizielle Website und bestehende Apps kurz nach der Ankündigung weiterhin Version 1.23.2 auslieferten und Updates auf Version 2.0 durch manuelle "Suggested"-Metadatenkonfigurationen im Repository blockiert wurden.
Alternative Clients: Viele Kommentatoren gaben an, wegen der historischen UI-Schwächen des Originals jahrelang alternative Clients wie Droid-ify oder Neo Store genutzt zu haben.
Verwendung von Obtainium: Mehrere Nutzer berichteten von ihrem Umstieg auf Obtainium, um Apps direkt von GitHub-Releases zu beziehen, auch wenn dies gelegentlich zu Problemen bei geänderten Versionsnummern-Schemata führt.
Google-Restriktionen: Es wurde intensiv über Googles geplante Sicherheits-Lockdowns (wie den "erweiterten Ablauf" mit 24-stündigen Wartezeiten für nicht verifizierte Apps) diskutiert, weshalb der Wechsel zu datenschutzorientierten Custom-ROMs wie GrapheneOS oder LineageOS als Ausweg empfohlen wurde.
Fehlende Funktionen: Kritisiert wurde das anhaltende Fehlen von Download-Zahlen, Popularitätsmetriken und einem Nutzerbewertungssystem.
E-Reader-Empfehlungen: Als FOSS-kompatible Lese-Apps wurden im Thread vor allem KOReader (oft in Kombination mit Syncthing oder Calibre) und Librera genannt.
Glossar
Kotlin Compose / Jetpack Compose: Ein modernes, deklaratives UI-Toolkit von Google zur Entwicklung nativer Android-Benutzeroberflächen.
F-Droid Privileged Extension (FPE): Eine frühere Systemerweiterung mit Root-Rechten, die F-Droid benötigte, um Apps ohne Nutzerinteraktion im Hintergrund zu installieren.
Session-Installer: Eine offizielle Android-API, die App-Installationen über ein standardisiertes Sitzungssystem abwickelt und Hintergrundupdates ohne Systemrechte erlaubt.
GrapheneOS / LineageOS: Datenschutz- und sicherheitsfokussierte Android-Custom-ROMs, die ohne proprietäre Google Mobile Services (GMS) betrieben werden können.
Obtainium: Ein beliebtes Open-Source-Tool, mit dem Android-Apps direkt von externen Entwicklerquellen (wie GitHub-Releases) bezogen und aktualisiert werden können.
Digital Markets Act (DMA): Ein EU-Gesetz zur Regulierung von Digitalkonzernen, das unter anderem alternative App-Stores und fairen Wettbewerb auf Plattformen wie Android erzwingen soll.
CJK-Schreibsysteme: Sammelbegriff für chinesische, japanische und koreanische Schriftzeichen, die spezielle Such- und Indexierungsmechanismen erfordern.
TorVPN: Eine Netzwerkanwendung, die den gesamten Internetverkehr eines Android-Geräts über das anonymisierende Tor-Netzwerk leitet.