Dieses Video zeigt die Demontage (Teardown) einer elektronischen Parkscheibe, die in Deutschland eine offizielle E-Zulassung benötigt, um legal hinter der Windschutzscheibe platziert zu werden. Das Gerät registriert den Parkvorgang automatisch über einen integrierten Beschleunigungssensor und zeigt die ermittelte Ankunftszeit auf zwei LCD-Bildschirmen an. Im Inneren befinden sich eine CR2450-Knopfzelle (550 mAh), ein Mikrocontroller/SoC mit einem 32-kHz-Taktgeber sowie ein Bewegungssensor. Bei dem Versuch, das Gerät über einen Programmieranschluss und eine an den VPP-Pin angelegte Hochspannung (9V) zu manipulieren, kam es zum Durchbrennen des Chips. Die Untersuchung ergab, dass der Mikrocontroller einen einmalig programmierbaren (OTP-)Speicher verwendet, der jegliche Firmware-Modifikationen verhindert.
Wichtigste Punkte & Zeitstempel
0:00 Elektronische Parkscheibe: Das untersuchte Gerät ersetzt die klassische Parksatz-Einstellung in Autos, erfordert eine offizielle E-Nummer für die Straßenzulassung und erkennt Parkzeiten automatisch über Erschütterungen.
2:22 Energieversorgung: Als Stromquelle dient eine flache CR2450-Knopfzelle mit einer Kapazität von 550 mAh.
3:51 Gehäuseöffnung: Anders als oft verklebte Alternativen lässt sich dieses Modell über versteckte Schrauben unter dem Batteriefach demontieren und besitzt zwei LCDs für Vorder- und Rückseite.
5:22 Interne Hardware: Die Platine beherbergt einen Beschleunigungssensor zur Fahrzeugbewegungserkennung, ein SoC (System-on-Chip) mit Programmierschnittstelle, einen 32-kHz-Oszillator sowie drei Bedienknöpfe.
6:02 Programmier-Schnittstelle: Ein vorhandener VPP-Pin deutet auf einen OTP-Speicher hin, der eine erhöhte Programmierspannung erfordert.
7:17 Hardware-Defekt beim Hack: Reverse-Engineering-Versuche mit 3,2 V und später 9 V an der VPP-Leitung führten zum Durchbrennen des Chips ("Magic Smoke"), was das Gerät zerstörte und bestätigte, dass Firmware-Änderungen mangels überschreibbarem Speicher ausgeschlossen sind.
Glossar
Teardown (Demontage): Das systematische Zerlegen eines technischen Geräts, um dessen physischen Aufbau, verwendete Komponenten und Konstruktionsweise zu analysieren.
E-Zulassung: Eine in der EU und Deutschland erforderliche amtliche Genehmigung für elektronische Fahrzeugzubehörteile, die bescheinigt, dass das Gerät den Straßenverkehrsvorschriften entspricht.
CR2450: Eine standardisierte Lithium-Knopfzelle mit einem Durchmesser von 24 mm und einer Höhe von 5,0 mm, die eine Nennspannung von 3 Volt liefert.
mAh (Milliamperestunden): Eine Maßeinheit für die elektrische Ladung (Akkukapazität), die angibt, wie viel Strom eine Batterie über eine bestimmte Zeit abgeben kann.
LCD (Liquid Crystal Display): Ein Flachbildschirm oder Anzeigeelement, das auf der Ausrichtung von Flüssigkristallen zur Lichtmodulation basiert.
SoC (System-on-Chip): Ein mikroelektronischer Schaltkreis, der alle wesentlichen Computer- oder Steuerungskomponenten (wie Prozessor, Speicher und Ein-/Ausgänge) auf einem einzigen Halbleiter-Chip vereint.
Oszillator: Ein elektronisches Bauteil, das periodische Schwingungen erzeugt, um einen präzisen Takt für die Steuerung von Mikrocontrollern bereitzustellen.
VPP-Pin: Ein spezieller Anschluss (Pin) an Mikrocontrollern, an den eine höhere Programmierspannung angelegt wird, um Daten dauerhaft in den Speicher zu schreiben.
OTP-Speicher (One-Time Programmable): Ein nichtflüchtiger Speicherchip, der vom Hersteller oder Entwickler nur ein einziges Mal beschrieben werden kann; eine Änderung oder Löschung der Daten ist danach unmöglich.
Reverse Engineering: Die Analyse eines fertigen Produkts (durch Demontage und Code-Analyse), um dessen innere Funktionsweise und Programmierung ohne technische Dokumentation nachzuvollziehen.